Mittelaltermode

Auch damals wollte man schön sein: Textilien und Mode des Mittelalters

So bunt und facettenreich wie das Mittelalter, so war auch die Kleidung. Angefangen beim Seidenrock über das Barett und den Topfhelm bis hin zum Leinenhemd war allerlei Textil und Mode vorhanden. Und ganz nach den unterschiedlichen Phasen des Mittelalters hat sich die Bekleidung auch dementsprechend angepasst oder gewandelt. Die einzelnen Stände schrieben genauestens vor, welche Kleidung zu tragen war. Das Mittelalter war geprägt von einer strikten Kleiderordnung.

So beginnt die Zeitreise der Modeerscheinungen im Mittelalter beispielsweise im 9. Jahrhundert mit der byzantinischen Hofmode, die bis ins 11. Jahrhundert reichte. Zahlreiche Handzeichnungen und Überlieferungen bestätigen den Beginn des Schneiderwesens im 12. Jahrhundert mit den Anfängen der Kleiderproduktion zunächst hauptsächlich in Frankreich. Hier gab es lange Ärmel und Schuhspitzen mit kostbaren Stoffen. Dies verstärkte die Klassenunterschiede der damaligen Stände entsprechend. Der Adel kleidete sich nach Angaben zufolge ausufernd mit prunkvollen Kleidern und teuren Stoffen.

Das 13. Jahrhundert brachte etwas mehr Bequemlichkeit in die Geschichte der Kleidung und erfand den Faltenwurf, der als Synonym für die Gotik steht. Somit entwickelten sich verschiedene Formen und schon erste Modeerscheinungen. Das 14. Jahrhundert ist mit enormen Veränderungen in der Bekleidung zu beschreiben, so wurde in dieser Zeit die Wolle in England und Flandern und in Italien die Seide für die Kleiderproduktion genutzt. Auch wurde in dieser Zeit viel Gold und Schmuck verwendet, die Kleidung wurde sehr aufwendig hergestellt. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurden die Männermode kürzer und die Damenmode durch eng anliegende Überkleider betont, den so genannten „cotes hardies“, die kaum über die Brust der Frau reichten. Die Schuhfashion wurde spitz und lang und war keineswegs praktisch.

Auch dies war einer der Höhepunkte der mittelalterlichen Modewelt. Es wurde sich mehr und mehr der Region typisch und dem Stand nach gekleidet. Dominant waren die Modeländer Italien, Frankreich und England, welche auch heute noch als die bekannten Modezentren Europas beschrieben werden.

Auch in der Berufswelt war es angebracht, strikt nach dem ausgeübten Beruf die Kleidung zu wählen. So hatten Hausangestellte, Mägde, Handwerker und genauso Akademiker je eine ganz spezielle Kleiderordnung, die strikt einzuhalten war.



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