Mittelaltermedizin

Medizin und Heilkunde im Mittelalter

Die Medizin und die Heilkunde des dunklen Mittelalters kann als eine Mischung aus Aberglauben, Wissen und Scharlertanie beschrieben werden. Hier gab es zwar den Arzt an sich, doch titulierten sich auch viele andere Heilkundler gerne als die Mediziner des Mittelalters. Hierbei wurde in verschiedenen Berufsgruppen unterschieden, zu denen der Medicus, der Scherer, der Bader, die Kräuterfrau sowie der Quacksalber gehören.

Der bekannteste Mediziner des Mittelalters ist der Medicus. Dieser hat seinen Titel während eines Studiums erhalten, in dem er die Lehren und Theorien aus der Antike vermittelt bekommen hat. Doch leider fehlte diesen meist das so wichtige Praxiswissen bei Berufsbeginn. Sezieren war strengstens verboten, denn nach dem Erlass des Papstes Bonifatius VIII. war eine Leichenzerstückelung nicht erlaubt. Damit wurde das Wissen hinsichtlich Körper und Anatomie anhand von Zeichnungen und Bildern dargestellt.

Der Bader ist der nicht studierte Mediziner mit weitreichender Praxis-Erfahrung. Es war daher üblich, dass ein Medicus einen Bader gegen Bezahlung angestellt hat. Dieser war in der Praxis für das blutige Werk am Körper der Patienten verantwortlich. Den Titel eines Baders erhielt man durch eine Kombination an Lehrzeiten, die mit einer dreijährigen Ausbildung bei einem Badermeister begann. Danach trat der angehende Bader seine Wanderzeit von mehreren Jahren an und vollendete seine Ausbildung mit einer Prüfung.

Unter dem Bader ist der Scherer angesiedelt. Dieser hat die Baderprüfung aus einem bestimmten Grund nicht bestanden, konnte aber ebenso wie der Bader genug Praxis-Erfahrung in der Anatomie vorweisen. Scherer arbeiteten daher immer intensiv mit den Badern zusammen. Auch wurde diese gern vom Militär angestellt, um die Verletzen zu pflegen.

Auch die Frau sollte in der Medizin des Mittelalters nicht vergessen werden. Hier gab es die ersten Hebammen und Kräuterfrauen, die für das Wohl der weiblichen Körper verantwortlich waren. Zu den Hauptaufgaben gehörten Geburten und damit einher gehend im Notfall auch die Durchführung eines Kaiserschnittes, der aber meist tödlich für die Mutter ausging. Das Wissen der Kräuterfrauen wurde von Mutter zu Tochter in der Familie über viele Generationen hinweg weiter gegeben.

Und schließlich gab es im Mittelalter die Theriakhändler, die die Angst der Menschen dazu nutzen, mit allerlei Wundermitteln den Menschen zu Leibe zu rücken – allerdings unausgebildet und daher eher als ‚Scharlatane’ verschrien.



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